Kathedralenhunt in Frankreich – Von Paris bis Reims

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Im September 2014 bereiste ich von der Uni aus einen Teil von Frankreich, mit dem Ziel Kathedralen anzugucken. 9 Tage purer Stress, 9 Tage pure Unterhaltung, 9 Tage einen Haufen Kathedralen. Es war lehrreich, es war spannend, es war auch mal langweilig.

Die Orte

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Auf der interaktiven Karte könnt ihr die Orte noch besonders anklicken und besser drin rumsuchen. Folgende Orte haben wir besucht:
Paris, St. Denis, Chartres, Soissons, Senlis, Beauvais, Laon, Amiens, Reims, Noyon, Braine, Reims. Dazwischen finden sich noch kurze Stops.

Paris

In Paris waren wir die meiste Zeit. Vier Tage lang lebten wir in einer der hässlichsten Jugendherbergen die ich je sah: dreckig, so weit abgelegen, dass man tatsächlich über eine Stunde mit der Metro zum Eiffelturm brauchte, unfreundliches Personal. Internet gab es nur in der Lobby, das Geschirr zum Frühstück war nicht wirklich sauber (man musste stets ein bisschen suchen um saubere Messer zu finden), die Bettwäsche war voller Haare und Krümel und Flecken. Also wirklich sehr unangenehm.

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Neben Notre-Dame, St. Chapelle und St. Germain des Prés besucht wird auch die Abteikirche St. Denis im Norden von Paris. St. Denis ist ein berühmter Ort, denn der Heilige soll mit abgetrenntem Kopf von Montmartre bis zum heutigen Ort von St. Denis gelaufen sein. Deshalb steht da die Abteikirche. In St. Denis durften wir auf das Restaurationsgerüst und uns die Westfassade von ganz nah ansehen.

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Auch die Bauarbeiter waren wohl in Spaß-Laune. Außerdem kann man St. Denis, die sowieso von außen und innen sehr schön ist, die Krypta besuchen (gegen Eintritt, wenn ihr als Student das Wort „Kunst“ irgendwo stehen habt auf eurem Studentenausweis kommt ihr gratis rein!). Die lohnt sich aber wirklich! Denn man kann einige schöne Grabmäler von sehr bekannten Leuten sehen und auch die echten Gräber von Marie Antoinette und dem Sonnenkönig.

Außerdem besuchten wir noch den Louvre. Meine Highlight hier: Nike, Amor und Psyche und der Medici-Zyklus. Die Mona Lisa war nicht wirklich berauschend, aber das wusste ich auch schon vorher. Beim Eintritt in den Louvre gilt übrigens auch die unter 26 Jahre Regel. Danach kostet es 12 Euro. Und hier machen sie keine Ausnahme.

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Restaurationsprobleme

In Chartres gab es eigentlich nicht wirklich viel zu sehen. Die Kathedrale glänzt schon von Weitem. Allerdings restaurieren sie gerade die ganze Kathedrale, aber machen dabei mehr kaputt als ganz. Besonders das Innere der Kathedrale wird ganz furchtbar umgeformt. Der Chor ist schon fertig und sieht einfach schrecklich aus. Von Gotik ist da nicht mehr viel zu erkennen. In St. Denis restaurierten sie wenigstens Stilgerecht.

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Viele viele Kathedralen

Für Nicht-Kunsthistoriker fasse ich das einfach mal kurz zusammen: Wir besuchten viele Kathedralen, alle sind aus der Gotik, deswegen gleichen sich viele. Aber jede hat einen ganz besonderes Charme und immer etwas Besonderes.

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Senlis

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Das wunderschöne Beauvais – riesig und unvollendet (und baufällig)

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Amiens. Es lohnt sich Abends zur Kathedrale zu gehen und sich die Lichtshow anzusehen. Die Westfassade wird angestrahlt um die ursprüngliche Farbigkeit darzustellen. Wirklich sehenswert.

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Auf der Empore von Laon. Da dürfen nicht viele hin ;) Außerdem durften wir noch in der Westfassade hochkraxeln durch enge dunkle Treppenflure und auf den Südturm klettern.

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Die Ruine von Longpont. Man sieht das Grundgerüst einer Kathedrale.

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Die Festung Coucy im Nebel

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Die Westfassade von Reims am Abend.

Alles in allem waren die 9 Tage wirklich lehrreich und interessant. Da kann man auch über die schlechten Jugendherbergen und Hotel hinwegsehen. Unser Busfahrer Frank hat uns dafür die ganzen 9 Tage sicher und schnell durch die noch so kleinen Straßen in kleinen Dörfern durch den Nebel in Frankreich gesteuert. Yay! Das Kunsthistorikerherz schmilzt.

Dieser Post wurde ursprünglich auf Nepheliad veröffentlicht.