Die Bali-Rundreise – Part 1

Nun betrete ich mal unbekanntes Terrain und schreibe hier für meine liebe Freundin Anne auf wanderfox einen Gastbeitrag zu Bali. Ich muss zugeben, anfangs hatte ich überhaupt keinen Plan, wie ich das anstellen soll. Lieber einfach nur Reisetipps oder doch gleich einen Reisebericht? Am Ende ist es doch irgendwie beides geworden. Und ich entschuldige mich vorweg, dass ich vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas zu sehr ausgeholt habe und es somit viel länger geworden ist, als ursprünglich gedacht war. Daher ist es wohl das sinnvollste meine Erlebnisse, in vier bis fünf Chapter aufzuteilen, was sich anbietet, da ich ja eine kleine Inselrundreise unternommen habe. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es euch gefällt und vielleicht den ein oder anderen das Fernweh packt! ☺ Los geht’s!

Die Wahl und die Vorbereitung

Bali – hört sich für mich irgendwie immer noch ziemlich unreal an. Und doch war ich im vergangenen November für knapp drei Wochen dort. Eine Reise bis fast ans andere Ende der Welt. Was für ein Abenteuer. Anderer Kontinent, andere Leute, andere Kultur.

Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass ich nach Europa als nächstes den asiatischen Kontinent bereisen würde. Asien war mir irgendwie immer sehr suspekt. Ich kann gar nicht so richtig beschreiben warum… Jedenfalls war ich immer felsenfest davon überzeugt, dass ich es meinem großen Bruder nachmachen würde und zuerst Australien erobere. Am besten gleich für mehrere Monate. Work and travel – ihr wisst schon, das Übliche. Aber irgendwie hab ich dafür dann doch den richtigen Zeitpunkt verpasst oder sollte ich besser sagen: der Mut verlassen? Auf jeden Fall hab ich in den vergangen Jahren schon einige schöne Ecken in Europa bereist. Hauptsächlich zusammen mit meinem Freund. Barcelona und Teneriffa waren aus den vergangenen Jahren so unsere Reisehighlights.

Thailand – Ko Samui. Jetzt haben wir’s. Nur dumm, dass Oktober und November als die regenreichsten Monate des Jahres gelten. Ach Mist, an den Monsun muss man ja auch noch denken. Es schien hoffnungslos.

Dieses Jahr haben wir den Studienabschluss von meinem Freund (und vielleicht auch ein bisschen meinen Geburtstag) zum Anlass genommen, um mal richtig auf dem Putz zu hauen und uns ein eher exotisches Urlaubsziel auszusuchen. Die Suche war alles andere als einfach. Ich liebäugelte sehr mit den USA. Aber wir mussten uns dann eingestehen, dass der November für die Bundesstaaten, an die wir so gedacht haben, nicht unbedingt sehr geeignet war. Ein bisschen Sommerflair für den Jahresurlaub wäre schon nett. Auch sollte es dann nicht so weitläufig sein. Oh mann oh mann… ich dachte schon, dass wir gar nichts mehr finden würden.

Dann schwebten wir mit unserer Urlaubsvorstellung zumindest schon mal im asiatischen Raum. Vietnam. Genial. Doch irgendwie auch zu groß, um zwei Wochen dem Land gerecht zu werden. Eine Insel musste her. Thailand – Ko Samui. Jetzt haben wir’s. Nur dumm, dass Oktober und November als die regenreichsten Monate des Jahres gelten. Ach Mist, an den Monsun muss man ja auch noch denken. Es schien hoffnungslos. Nun ist Ende August und wir haben noch immer nichts gebucht. Aber dann die Rettung! Über drei Ecken innerhalb der Familie erfahren wir von einem südostasiatischen Reisetipp: Bali, Indonesien. Kleine Insel (ein Drittel so groß wie Sachsen), Indischer Ozean, Oktober/November gilt als gute Reisezeit, günstig. Perfekt. Ziemlich schnell entscheiden wir, dass soll es werden. Für einen fast unschlagbaren Preis von 680 Euro pro Person ist das Hin- und Rückflugticket gebucht. Zugegeben die Reiseroute klingt etwas umständlich, aber egal. Insgesamt zweimal Umstieg. Na ob das klappt? Abflug in Prag, dann nach London. Weiter nach Hongkong und schließlich nach Bali. Mit der Hotelplanung lief es dann auch eher abenteuerlich. Da wir uns für eine spontane Inselrundreise entschieden, buchten wir nur ein Hotel für die ersten drei Nächte. Im Süden, gleichzeitig auch in der Nähe des Flughafens – in Semyniak.

Was also tun, wenn man seinen Urlaub nicht mit einer Infektionskrankreit verbringen möchte?

1 ½ Monate Vorbereitungszeit erschien mir auf einmal viel zu kurz. So viele Dinge, die noch erledigt werden mussten. Na, wie das halt so ist, wenn man verreisen möchte. Aber zugegeben, an entsprechende Impfungen hatten wir nicht gleich gedacht. Beim Tropenzentrum sagte man uns, dass Tollwut und Typhus die wichtigsten Impfungen seinen. Auf Bali hat man es schließlich mit allerhand freilaufender Affen und Hunde zu tun. Lieber eine Nummer sicher gehen. Für Tollwut waren insgesamt drei Impfungen notwendig, um den kompletten Schutz zu erhalten. Ließ sich mit 68 Euro pro Impfung auch ganz schön was kosten. Nun gut. Zum Glück erstatten die Krankenkassen den Großteil der Kosten. Ein bisschen Pech hatten wir mit dem Typhus-Impfstoff, der auch noch bis kurz vor der Abreise einfach nicht verfügbar war (und so im Nachhinein würde ich sagen, dass Typhus der einzig wichtige Impfstoff gewesen wäre), egal ob bei Globetrotter, im Tropenzentrum oder in der Apotheke.

Was also tun, wenn man seinen Urlaub nicht mit einer Infektionskrankreit verbringen möchte? Das herkömmliche Leitungswasser auf Bali kann man natürlich auf keinen Fall mit dem deutschen Standard vergleichen. Also immer schön vorsichtig sein. Beim Duschen den Mund fest zudrücken und zum Zähneputzen ausschließlich das Wasser aus den gekauften Wasserflaschen verwenden. Am besten von der Firma Aqua. Scheinbar ist hier dieses Wasser ein Privileg. Uns wurde es zumindest von einigen Balinesen empfohlen! Richtig sicher kann man aber auch bei anderen Firmen sein, bei denen der Verschluss mit einer Plastefolie abgeklebt ist.
Eine weitere Regel, die man in Restaurants und vor allem in den landestypischen Warungs beachten sollte: Stets sein Getränk mit einem Strohhalm trinken. Egal ob aus Flasche oder Glas. Man weiß nie, wo das Zeug herkommt. Denn auch in Sachen Hygiene lebt man hier in einer ganz anderen Welt. Darauf muss man sich eben einstellen.

Ankommen auf Bali

So, vorerst genug der allgemeinen Reisetipps. Ich möchte ja schließlich auch noch was zur Reise selbst erzählen.
Nach unserer Landung im ca. 32 Grad warmen Denpasar wartete zunächst die Touristik-Visum-Schlange auf uns. Bis vor kurzem kostete die Einreise nach Bali jeden noch 35 $. Neuerdings sind diese Gebühren jedoch schon mit dem Flugticket geregelt. Man wird lediglich nach der Länge seines Bali-Aufenthaltes gefragt. So lange dieser unter 30 Tagen liegt bekommt man einen grünen dreieckigen Stempel in seinen Reisepass und weiter geht’s. Aber warum sollte man ursprünglich mit US Dollar zahlen, fragt ihr euch vielleicht? Ja, mit dem Geld ist das so eine Sache. In Indonesien gibt es einfach so einen verrückten Kurs. Die 35 $ würden ungefähr 485 000 IDR (Inonesische Rupiah) bedeuten. Eine Stange Geld. So scheint es zunächst. Tatsächlich reden wir aber von „nur“ 33 €. Verrückt. Wie soll man bei so vielen „0en“ auf einem Geldschein nur klar sehen?

Einmal kurz durch den Zoll gelaufen, gelangten wir direkt in die Empfangshalle, wo gefühlt hunderte Reiseveranstalter und Taxifahrer ihre Schildchen hoch hielten. Die ein oder anderen redeten noch durcheinander. Kein Wunder, das man erstmal wie verdutzt dasteht und nicht weiter weiß. Tatsächlich wurden wir auch von einem Balinesen abgeholt, aber irgendwie, ich muss es leider sagen, sahen die Leute alle gleich aus. Auch noch so gleich gekleidet. Viele in weiß. Vorrangig Männer. Wenn man einmal seine Zielperson entdeckt hat muss man sich das Gesicht allerdings noch bis einmal durch den Duty free Shop merken, den man auf dem Weg zum Ausgang zwangsläufig durchqueren muss. Verrückte Sache.

Und wer sagt, dass eine 4-köpfige Familie niemals auf ein Motorrad passt, der irrt.

Wir verließen das Flughafengebäude. Palmen. Drückende Hitze. Überall Gewusel und Menschen. Auf dem Weg zum Auto wollen uns noch vier vermeintliche Taxifahrer das Gepäck abnehmen und uns zu ihrem Gefährt begleiten. Puhh. So eine Aufregung.
Tatsächlich waren die ersten Touristen, die uns angequatschten, Deutsche. „Nein!!!“ Zwei junge Typen, die eigentlich in Australien eine Backpacker-Tour machen, aber nun spontan auf Bali gelandet sind, suchten noch eine Unterkunft. Ja, die Welt ist klein.
Doch war wie für die meisten unser nächster Stop nicht Kuta, der balienische Ballermann, sondern Semyniak – Ein Örtchen nahe des Indischen Ozeans, an der Südwestküste von Bali gelegen. Ca. 30 Minuten Autofahrt warteten auf uns. Beginnender Feierabendverkehr. Mehr Motorräder als Autos, wobei noch die verrücktesten Dinge transportiert werden: 3-4 Meter lange Stahlrohre, unzählige Plastebehälter und ein ganzer Hühnerstahl. Eigentlich so, wie man es schon aus Dokumentationen kennt. Und wer sagt, dass eine 4-köpfige Familie niemals auf ein Motorrad passt, der irrt. Ampeln, die gern mal missachtet werden. Keine ersichtlichen Fahrspuren, da ja eh jeder dort fährt, wo gerade Platz ist. Gehupe bis zum geht nicht mehr. Wir waren nach der langen Reise eigentlich so fertig, aber das hielt uns dann doch noch wach. Bali. Wir sind da.

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Meine liebe Freundin Maja war letzten November auf Bali und teilt ihre Erlebnisse hier mit mir und mit dir! Alle Bilder stammen von ihr, bzw. ihrem Freund Daniel.

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