Expedition Freischütz – musikalische Bürger mit Grenzerfahrungen

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Mein erstes Mal Bürgerbühne. Und ich muss mir jetzt tatsächlich noch überlegen, ob ich jemals wieder in ein Bürgerbühnenstück gehe.

Es klang ja (im Nachhinein) gar nicht so schlecht. Der Freischütz, der ja in Dresden geschrieben wurde, in Verbindung mit persönlichen Grenzerfahrungen. Na gut, da könnte man was draus machen. Auch, wenn es heißt, dass die Mitglieder fast alle ein Instrument spielen können. Wer dies nicht kann, der spielt halt mit Murmeln oder macht andere komische Geräusche.

Und da sind wir auch schon bei dem was mich störte: andere komische Geräusche. Das Fagott, die Violine, das Klavier, die E-Gitarre. Alles super. Alle wirklich gut gespielt und klangvoll passend. Aber als dann alle anderen Sachen dazu kommen, die Instrumente vergewaltigt werden um möglichst krächzende Geräusche heraus zu zwingen… Nee, da hört es bei mir auf.

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Dazu kommt, dass die Geschichte so seltsam aufgebaut war. Beziehungsweise gab es gar keine richtige Geschichte. Und das stört mich so am “experimentellen zeitgenössischen” Theater. Es nervt! Wieso muss man denn, nur weil man jung und modern sein will, so einen Rotz produzieren?

Das Bühnenbild war wirklich schön und hatte geniale Ideen, auch wenn nicht alle genutzt wurden (Die Badewanne? Hä? Das Mädel lag da gefühlt eine Ewigkeit drin, einmal wurde eine Badewanne erwähnt, aber mehr war da auch nicht.). Der Einsatz von Licht und Video war auch gut gemacht.

Wenn alle Bürgerbühnen Stücke so sind, wie dieses, verzichte ich. Danke. Aber damit will nicht sagen, dass die Schauspieler schlecht waren. Sie haben ihre Sache solide und gut gemacht. Jeder hatte seine Stärken und hat diese auch ausgearbeitet. Aber mir gefiel das Gesamtkonzept einfach absolut nicht. Und ich war froh, als es wieder vorbei war.

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