Emotionstheater und Hilfe für Flüchtlinge

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Neulich war ich zufällig in zwei Vorstellungen des Theater Festivals forschfuffzehn der Schultheater der Länder. Beide Stücke waren wirklich gut gespielt und haben mich zutiefst berührt.

Stück eins ging um das „Nichts.“ und das Nichts in vielen Formen. Es war hauptsächlich sehr deprimierend, weil oft gesagt wurde, das man als einzelne Person ja nichts wert ist und sowieso nicht in Erinnerung bleibt. Natürlich änderte sich der Ton am Ende des Stückes, und doch bleibt da dieser Gedanke.

Mich hat es zum Nachdenken gebracht. Was möchte ich in meinem Leben erreichen. Was ist mir wichtig. Wo will ich hin? Darauf finde ich nicht direkt eine Antwort, aber ich weiß grob die Richtung in die ich mich fortbewegen will. Und das ist schon mal eine große Sache, denn ich kenne sehr viele (Verwandte, Freunde, Bekannte) die stehen geblieben sind. Die keine Ziele haben. Die nicht vorwärts gehen. Die sich nicht weiter entwickeln. Das finde ich schade. Und sehr gruselig. Ich möchte nie stehen bleiben. Egal wie alt ich bin.

Das heißt nicht, dass ich durchs Leben hetzen will und nicht einmal den Sonnenuntergang genießen kann. Das heißt nur, dass ich mich nicht in einer Situation einmurmle und die 20 Jahre ertrage. 20 Jahre tag ein tag aus das gleiche machen? Niemals! Ich finde immer: wenn man nicht glücklich ist mit der Situation, sollte man sie ändern. Egal in welchem Bereich des Lebens. Job doof? Such einen anderen. Beziehung doof? Trenn dich. Wohnort scheiße? Zieh um. Das klingt alles leicht, ist aber furchtbar schwer. Aber das ist kein Grund es nicht zu tun.

Hör auf so klein zu sein.

Was hindert einen daran, den schweren Weg zu gehen und sich durchzukämpfen? Die Chance, dass es schief geht? Alles kann schief gehen. Auch wenn man immer den leichten Weg geht und auf Sicherheit pocht. Das kann auch schief gehen ohne das man daran Schuld ist. Und dann? Bereut man es dann nicht den leichten Weg genommen zu haben? Ich will lieber über Stock und Stein und mal hinfallen und dann scheitern, aber was erlebt haben als den leichten, seichten und langweiligen Weg zu haben.

Geld ist nicht immer die Lösung.

Meine Eltern würden sagen: Du musst doch Geld verdienen!
Ja klar muss ich das. Schließlich habe ich mich auch an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt und will den beibehalten. Aber ich finde Wege. Es gibt mehr als nur das typische „MorgensaufstehenundaufdiegehassteArbeitund8Stundendahockenundwenigverdienen“. Es gibt mehr. Und ich habe davon schon mehr gefunden. Es reicht noch nicht. Aber ich will mich ja auch entwickeln. Daran arbeiten. Ich will mich von Geld nicht einschränken lassen.

Es gibt so viel mehr im Leben.

Ich will frei sein. Das heißt nicht, dass ich keine Wohnung will – ich liebe meine Wohnung, ich liebe mein Zeug. Ich sortiere ja gerade ganz viel aus und versuche mich von unnötigem Ballast zu trennen. Aber das heißt doch nicht, dass ich trotzdem die Welt erkunden will. Dass ich die Freiheit haben will, wann immer ich möchte, an die Ostsee zu fahren. Ich will Momente. Momente in denen ich das Gefühl habe alles machen zu können. Momente, in denen ich frei von allem bin. Für diese Momente will ich Leben.

Wenn ich am Strand in Ostia stehe und den Wellen zuschaue. Wenn ich auf einem Gletscher in Österreich stehe und die Wolken beobachte. Wenn ich in Paris vor der Sacre Coeur sitze und auf die Stadt hinab schaue mit dem besten Panini in der Hand. Wenn ich in Rom in einer Pizzeria mit Freunden sitze und den leckersten Hauswein trinke. Wenn ich in Helsingör auf einem riesigen Stein sitze und das Meeresrauschen genieße. Wenn ich laut singend im Auto sitze und über deutsche Autobahnen sause. Wenn ich mich mit meiner Familie in einem Freilichtmuseum halb tot lache. Wenn ich durch das kleine Fenster schaue und sehe wie das Flugzeug abhebt in dem ich sitze. Wenn ich mit dem Rad einen Berg runtersause und der Wind meine Haare zerweht. Wenn ich mich in der Londoner Tube verlaufe. Wenn ich im Regen durch Wien laufe und nicht wirklich weiß, wo ich hin muss. Wenn ich auf dem Spielplatz gegenüber auf der Schaukel sitze. Wenn ich Nachts von der Arbeit nach Hause laufe und in den Sternenhimmel schaue. Wenn ich meine Tomatenpflanzen voller Stolz anschaue.

Dann habe ich diese Momente.

#BloggerfuerFluechtlinge

Die zweite Vorstellung des Schultheaters handelte von Asyl und Flüchtlingen. Ich will gar nicht viel dazu sagen, denn es würde ewig dauern Dinge zu erklären und ich bin in allem kein Pro. Mich hat das Stück sehr fertig gemacht. Es gab eine Szene in der Menschen in einem Schlauchboot im Mittelmeer saßen und ich hätte ehrlich sofort losheulen können im Theatersaal. Furchtbar.

Hiermit möchte ich auch auf Blogger für Flüchtlinge verweisen. Ich fühle mich oft hilflos. Ich möchte helfen, weiß aber nicht wie. Ich will für jemanden da sein. Weiß aber nicht wie. Wie kann man zeigen, dass man bereit ist für Hilfe?

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Unterstützt doch bitte diese Aktion, erzählt es weiter, spendet Geld oder Sachspenden. Alles hilft! Ich sehe das als ersten Schritt bei mir.

Im Dresdner Staatsschauspiel gibt es jeden Montag das Montagscafé bei denen Dresdner und Flüchtlinge eingeladen sind. Es gibt jede Woche ein neues Thema, einen Workshop und viel Zeit für Unterhaltungen, Spiele und Kennenlernen. Auch eine sehr gute Sache! Dabei werden auch immer Menschen gesucht, die Deutsch vermitteln und lehren können. Aber auch alle anderen sind gern willkommen!