Rezension “New York Pretty” von Eva Pfeiffer

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New York Pretty – Ein Bild von dir von Eva Pfeiffer wurde mir zur Rezension zur Verfügung gestellt. Thema ist natürlich New York. Neben der Gebrauchsanweisung New York, die ich auch noch im Regal stehen habe, wollte ich noch einen New York Roman – was leichtes für zwischendurch eben.

Und für Zwischendurch ist es auf jeden Fall. Ich bin leider ein kleiner Fan von solchen schwurbligen Liebesgeschichten. Ich habe ja auch eine Zeit lang sehr viel Colleen Hoover gelesen und fand es toll. Nicht immer gut, aber es liest sich eben wunderbar weg.

Worum geht es also hier in New York Pretty? Auf Amazon finden wir folgendes:

„Seit die junge New Yorker Fotografin Taylor zwei der wichtigsten Menschen in ihrem Leben verloren hat, versteckt sie sich am liebsten hinter der Kamera. Als dann auch noch ihr größter Auftrag platzt und sie aus ihrer WG fliegt, scheint Taylors Leben komplett aus den Fugen – wäre da nicht ihre Halbschwester Rebecca. Diese verschafft ihr Unterschlupf im Luxusapartment der prominenten Frey-Zwillinge, wo ausgerechnet Herzensbrecher Jeremy Taylors Interesse weckt. Nach und nach glaubt sie, an dem coolen Celebrity eine Seite zu entdecken, die anderen verborgen bleibt. Doch Taylor zögert, Jeremy zu vertrauen, und muss sich schon bald fragen, ob es für ihn überhaupt so etwas Liebe gibt. Erst ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das sie auf eine indonesische Insel führt, bringt Antworten…“

Das ist schon so ziemlich der komplette Plot. Da man das schon von Anfang an weiß, gibt es nicht all zu viele Geheimnisse zu lüften. Und das, was dann wohl als das große Geheimnis aus der Vergangenheit angepriesen wird, war zumindest mir schon von Anfang an klar.

Was ich toll fand war, dass man sehr schnell in die Story reinkommt, es sich wirklich leicht lesen lässt und man eingesaugt wird in die Situationen. New York kommt dabei allerdings nur am Rande vor, auch wenn das Buch versucht, immer mal wieder Locations extra hervorzuheben. Für mein inneres Auge hätte es aber auch jede andere Großstadt sein können. Das ist dennoch nicht so schlimm.

Komm wir zu den Figuren. Die haben mich mit der Zeit leider sehr sehr genervt. Wir lesen die Kapitel immer aus der Sicht von Taylor oder Jeremy. Beide sind immer komplett anders im jeweiligen anderen Kapitel. Wenn wir aus Taylors Sicht lesen, dann versteckt sie sich, ist schüchtern, muss einige Rückschläge einstecken, wundert sich über Jeremy, ist natürlich absolut nix besonderes usw. In Jeremys Kapiteln ist sie offen, liebreizend, redet gern über ihre Arbeit, und natürlich wunderschön. Klar soll das zeigen, dass Personen nicht immer so sind, wie sie nach außen hin scheinen, aber puh, das war schon etwas anstrengend.

Was mich natürlich auch mega genervt hat: Klischees. Taylor ist zierlich, hat weiche, warme Haut, ist sehr schön, talentiert, witzig, intelligent, interessant. Aber: tollpatschig (mehrfach fällt sie quasi in Jeremys Arme!), vom Unglück verfolgt (verliert Job und WG und scheinbar auch ihr Gleichgewicht) und hat ein Vertrauensproblem. Jeremy ist sehr gutaussehend, muskulös, durchtrainiert, charmant, ein Frauenheld ohne Gleichen, sehr sehr SEHR reich (Multimillionär oder sowas?) aber natürlich auch sehr schlau und emphatisch. Allerdings hat auch er ein Vertrauensproblem, weil er Menschen, die er liebt, nicht verlieren will und deswegen niemanden an sich ranlässt. Hauptsächlich beschränken sich seine Beziehung mit Frauen (die allesamt Models oder Schauspielerinnen sind) auf Sex und das wenn möglich bitte nur eine Nacht. Zwischendrin gab es eine Szene mit Jeremy und Chloe, einer Freundin (die auf Frauen steht), und er unterhielt sich mit ihr. Danach fragte er sich in Gedanken, seit wann er mit Frauen befreundet sein würde. ???

Es ist das typische Klischee von Frauenheld der keinen Bock auf Liebe und Beziehung hat, trifft ein kleines unscheinbares Mädchen und verliebt sich in sie und ändert sich komplett. x____x Nur weil er durch sie erfährt, was ihm all die Jahre gefehlt hat und dass er nicht seine Vergangenheit ist. (Das passt wirklich auf viele Geschichten, nicht nur auf diese hier :D)

Ich wusste also, wie es ausgeht, ich wusste was passiert, mich nervten die Klischees aber dennoch war es ein feiner Zwischenread, den ich wirklich innerhalb von 2-3 Tagen verschlang, eben weil es nichts tiefsinniges ist. Zur Abwechslung hab ich das mal ganz gern.

Ich würde mir jedoch wünschen, dass es solche leichten Geschichten auch nicht in heteronormativ und Klischee gibt. Gebt mir queere Paare! Gebt mir alle Körperformen! Geht weg mit dem Schönheitsideal, zeigt Bodypositivity! Denn Liebe gibt es nicht nur bei den Schönen und Reichen.